Netflix zieht die KI-Notbremse

Netflix setzt auf künstliche Intelligenz, aber nicht um jeden Preis. Mit neuen Leitlinien macht der Streaming-Gigant deutlich, wo generative KI in Produktionen helfen darf und wo sie tabu bleibt. Ziel ist es, Urheberrechtsstreitigkeiten, Datenschutzprobleme und Image-Schäden zu vermeiden.

Warum Netflix Regeln einführt

Die Diskussion rund um KI in Hollywood ist aufgeheizt. Kritiker warnen vor Urheberrechtsverletzungen, verfälschten Darstellungen und dem Verlust kreativer Jobs. Netflix selbst treibt den Einsatz von KI jedoch voran. Ein Beispiel ist die argentinische Serie El Eternauta, in der ein Gebäudeeinsturz per KI erzeugt wurde – zehnmal schneller und deutlich günstiger als mit klassischen Spezialeffekten.

Doch die Kritik wächst. In der True-Crime-Doku Jennifers Tat ersetzte Netflix offenbar Archivfotos durch KI-Bilder. Das sorgte für Aufregung, da die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Um weiteren Kontroversen vorzubeugen, hat Netflix verbindliche Regeln veröffentlicht.

Die neuen Leitlinien im Überblick

Netflix sieht generative KI als Werkzeug, nicht als Ersatz. Die wichtigsten Vorgaben lauten:

  • KI darf keine geschützten Werke oder erkennbaren Stile nachahmen.

  • Künstlerische Leistungen wie Schauspiel, Musik oder Drehbuch dürfen nicht ohne Zustimmung durch KI ersetzt werden.

  • Eingesetzte Tools dürfen keine Produktionsdaten speichern oder für Training nutzen.

  • KI-Inhalte sollen unterstützend eingesetzt werden und nicht ungeprüft in das Endprodukt gelangen.

  • Jede geplante KI-Nutzung muss mit Netflix abgesprochen werden. Bei risikoarmen Fällen reicht ein kurzer Hinweis, andere erfordern eine schriftliche Freigabe.

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Netflix will Rechtsstreitigkeiten vermeiden

Die Regeln sind auch eine Reaktion auf laufende Verfahren. Disney und Universal klagen derzeit gegen das KI-Tool Midjourney, weil damit urheberrechtlich geschützte Figuren erstellt wurden. Ein britischer Urheberrechts-Experte kommentierte drastisch: „Es ist Disney, also ist Midjourney gef***.“ Netflix will ähnliche Eskalationen verhindern und sich klar von riskanten Anwendungen abgrenzen.

Was das für Filmemacher bedeutet

Produzenten können KI künftig für visuelle Effekte, Konzeptkunst oder Prototypen einsetzen. Sie müssen aber sicherstellen, dass keine Rechte verletzt und keine geschützten Berufe ersetzt werden. Netflix betont, dass KI nur als Werkzeug im kreativen Prozess dienen soll, nicht als kreative Instanz selbst.

Fazit: Netflix öffnet die Tür für KI und zieht zugleich feste Grenzen. Wer mit dem Streaming-Anbieter arbeitet, muss sich an klare Spielregeln halten. Damit positioniert sich Netflix als Vorreiter für verantwortungsvollen KI-Einsatz und setzt die Konkurrenz in Hollywood unter Druck.

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